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Frankfurt begann wie die Feuerwehr. Läuferisch und technisch überlegen, mit aggressivem Forechecking und Drang zum Tor fiel auch früh das Führungstor durch Daniel Schindler nach toller Vorarbeit von Konstantin Freudenberg. Weitere Großchancen folgten, aber das Visier war nicht sonderlich gut eingestellt. Wie aus dem Nichts heraus dann der Ausgleich durch den brandgefährlich Kevin Naparavnik. Frankfurt weiter am Drücker mit klaren Möglichkeiten, aber ohne Fortune und Kaltschnäuzigkeit vor dem Tor.
Nach etwa 15 Minuten Spielzeit wurde das Spiel ausgeglichener, die Junglöwen wirkten ob der nun kuriosen, beide Seiten benachteiligenden Entscheidungen der Schiedsrichter verunsichert. Die Aktionen wurden vorsichtiger, die Aggressivität ließ nach, das Spiel wog bis zum Drittelende hin und her.
Nach dem Pausentee (was war da drin?) leistete sich das ganze Team eine achtminütige, spielentscheiden Auszeit. Völlig von der Rolle präsentierte man sich viel zu weit weg vom Mann, verlor jegliche Ordnung und traf eine falsche Entscheidung nach der anderen. Dies reichte den Nauheimern, um fast im Stand die Abwehr ein ums andere Mal auszuhebeln und, zu diesem Zeitpunkt verdient, mit 3:1 nach Toren von Julian Reich in Überzahl und Maximilian Spöttel im Alleingang in Führung zu gehen.
Der Anschlusstreffer durch Nikita Machleidt nach Vorarbeit des starken Fabian Erk und Daniel Schindler war so etwas wie ein Wecksignal. Mehrere hochkarätige Chancen wurden erkämpft und erspielt, aber allesamt vergeben. Selbst bei mehreren 3 gegen 1 Situationen landete der Puck nicht im Kasten sondern neben dem Tor oder in der Fanghand von Jakub Urbisch. Wer so fahrlässig mit seinen Gelegenheiten umgeht, darf sich nicht wundern, wenn dann irgendwann im direkten Gegenzug das 4:2 fällt. Patrick Sattel sagte Danke und markierte souverän seinen ersten Treffer in diesem Spiel. Statt Ausgleich wieder zwei Tore Rückstand. Mit viel Wut im Bauch lief das Spiel nun mit mehr Vorteilen auf Seiten Frankfurts. Vor allem der zweiten Block nutzte seine Schnelligkeit gegen die unbewegliche Teufel Abwehr, überlief sie ein ums andere Mal, allerdings ohne Kapital daraus schlagen zu können. Wie man es macht, zeigte Julian Napravnik. Erster Schuss aufs Tor und drin. 5: 2 nach dem zweiten Drittel. Warum eigentlich?
Das hatte es vor kurzem schon einmal gegeben, da drehten die Frankfurter das Spiel gegen Berlin. In Erinnerung daran begann letzte Abschnitt wie der erste. 4 klare Chancen allein in den ersten 90 Sekunden. Genug um das Spiel zu drehen. Nauheim wirkte stehend k.o., kam kaum noch aus der eigenen Zone heraus.
Doch typisch für dieses Spiel: Zum zweiten Mal im Angriffsdrittel, reichte ein katastrophaler Fehlpass der Verteidigung um Maximilian Spöttel sein zweites Glücksgefühl zu bescheren. 6:2 statt 5:5.
Dass die Löwen niemals aufgeben, ist ja mittlerweile bekannt. Aber zu mehr als dem 3:6 durch Niklas Hildebrand nach Vorarbeit von Frederik Gradl und Magnar Aaltonen reichte es trotz Überlegenheit nicht. Wahrscheinlich wären es auch nach 120 Minuten nicht mehr Tore geworden . Frankfurt war läuferisch und technisch besser, schneller und spielfreudiger, Bad Nauheim abgeklärter, mit weniger Fehlern und Leisungsschwankungen. Die für Nauheim spielenden Mannheimer Jungadler stabilisierten zwar das Spiel der Gastgeber, fielen aber nicht unbedingt zwingend auf. Beide eingesetzten Löwen-Torhüter, Kiian Aaltonen und Lucas DiBerardo boten eine starke Leistung und waren an den Gegentreffern schuldlos, deren Gegenüber spielte solide, aber nicht überragend.
Im Nachhinein betrachtet war diese Niederlage gegen die biederen Nachbarn völlig unnötig, aber irgendwie doch verdient. Zu viele klare Chance wurden ausgelassen, zu sehr schön gespielt, in entscheidenden Drucksituationen nicht konsequent genug agiert. Das machte letztendlich den Unterschied aus. Der neue Tabellenführer nutzt die Fehler der Gegner einfach rigoros aus. Und da im Eishockey die Tore zählen, hat Nauheim gewonnen. Wie, spielt ja keine Rolle.
Diese Niederlage ist kein Beinbruch, trägt sie doch sicherlich zum weiteren Lernprozess dieser jungen, entwicklungsfähigen Mannschaft bei. Wir freuen uns schon auf die nächsten Duelle mit dem Nachbarn am 8.Dezember. Unverständlich, dass Nauheim das Spiel wegen des Fehlens der Jungadlerspieler verlegen will.
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